Der Hafenverein Hameln e.V. unterstützt die Rettung des historischen Derrick-Krans !

Der Derrick-Kran an der Ruthenstrasse.
(Foto: © Bernhard Mandla)
Derrick - Kran
Derrick-Kran ist die Bezeichnung für einen Kran, der aus einem lotrechten Mast und schrägem Ausleger besteht.
Der Ausleger kann beliebig geschwenkt und durch ein Seil gehoben und gesenkt werden.
Er wird auch Gittermastkran oder Dreibockkran genannt und ist ein stationärer Kran, der sich zum Heben schwerer einzelner Lasten eignet.
Kleinere Exemplare finden sich gelegentlich noch in Holzsägewerken.
Einer der ursprünglichen Vorteile des Derrickkrans liegt darin, dass er durch seine Konstruktion relativ einfach zu berechnen ist - er besteht nur aus geraden Stäben oder Gitterträgern, die gelenkig miteinander verbunden sind.
Hersteller des Hamelner Derrick-Krans ist die
Firma Markus Schmidt-Tychsen in Hamburg. Dieses Unternehmen besteht seit 1913 und bietet noch heute solche Maschinen an.
Im Auftragsbuch von Schmidt-Tychsen hat der Hamelner Kran die Auftragsnummer 455.
Er wurde am 2. März 1955 eingetragen und an die Holzhandlung Theodor König geliefert.

Der Eintrag im Auftragsbuch von Schmidt-Tychsen vom 2. März 1955.
Auffälligste Merkmale sind der Gitterstahl-Ausleger, der es auf eine Reichweite von 28 Meter bringt, sowie die beiden festen, rechtwinklig zueinander stehenden Haltemasten. Die Tragkraft wird mit 3 Tonnen angegeben. Die Grundidee dieser Konstruktion geht auf einen englischen Henker namens Thomas Derrick zurück, der im 17. Jahrhundert lebte.
Vielen Dank an den Inhaber der Firma Markus Schmidt-Tychsen, Herrn Diplom-Ingenieur Alexander Boczek, für die freundliche Unterstützung bei der Erstellung dieser Derrick-Kran-Chronik sowie die Zurverfügungstellung der alten Unterlagen !
05. August 2009:
Demontage und Abbau des Derrick-Krans - Teil VIII
Nach achteinhalb Stunden war es endlich soweit ! Der historische Derrick-Kran war abgebaut, es gab keine nennenswerten „Teufeleien“, die ja so gern im Detail stecken, aber einfach war es auch nicht gewesen…
Nun der Reihe nach:
Um 7.30 Uhr begann der Aufbau der beiden Mobilkräne: Einem Liebherr LTM 1055-3.2 (Baujahr 2008) und einem Liebherr LTF 1035-3.1 (Baujahr 2007). Auf einem Anhänger wurden Zusatzgewichte und Sonderbeladung für die beiden Kräne mitgeführt.
All-Terrain-Mobilkran Liebherr LTM 1055-3.2Der dreiachsige Mobilkran LTM 1055-3.2 ist der stärkster Kran seiner Klasse. Dieser 55-Tonner setzt mit seinem breiten Technikangebot die Maßstäbe. Vollautomatisierte Abstütznivellierung und Aufballastieren mit fortschrittlicher Schlüssellochtechnik erhöhen die schnelle Einsatzbereitschaft des Krans.
Technische Daten- Max. Traglast bei Ausladung
55 t bei 2,5 m Radius - Teleskopausleger
10,2 m - 40 m - Gitterspitze
9,5 m - 16 m - Fahr-/Kranmotor/Leistung
Liebherr, 6-Zylinder-Turbo-Diesel, 270 kW - Antrieb/Lenkung
6 x 6 x 6 - Fahrgeschwindigkeit
80 km/h - Einsatzgewicht
36 t - Gesamtballast
12 t

Links der All-Terrain-Mobilkran LTM 1055-3.2, rechts der Teleskop-Aufbaukran LTF 1035-3.1.
(Foto: © Bernhard Mandla)
Teleskop-Aufbaukran Liebherr LTF 1035-3.1Der dreiachsige Liebherr-Teleskop-Aufbaukran LTF 1035-3.1 überzeugt durch hohe Tragkräfte, einen langen Teleskopausleger und kompakte Abmessungen. Mit dem LTF 1035-3.1 können Kranarbeiten auf engsten Baustellen problemlos erledigt werden.
Technische Daten- Max. Traglast bei Ausladung
35 t bei 3,0 m Radius - Max. Lastmoment
116 tm - Teleskopausleger
9,2 m - 30 m - Gitterspitze
8,6 m - 15 m - Fahrmotor/Leistung
je nach Fahrgestell - Kranmotor/Leistung
Liebherr, 4-Zylinder-Turbo-Diesel, 129 kW - Einsatzgewicht
27,4 t / 30,4 t - Gesamtballast
2 t / 5 t
Beteiligt an dieser Rückbauaktion waren folgende Gruppen:

v.l.n.r.: Jörg Ehle, Florian Altenberend, Hubert Mertelsmann, Frank Heckler, Bernhard Mandla, Martin Düe und Andreas Engelhardt.
(Foto: © Dewezet/dana)
Als erstes wurde der bereits demontierte Drehkranz des Kranes von seinem Platz gehoben, anschließend nahmen sich die beteiligten Männer den 28 Meter langen Kranausleger vor.

Der Drehkranz des Kranes hängt am Haken...
(Foto: © Bernhard Mandla)
Mit Hilfe eines Arbeitskorbes wurde der Ausleger in luftiger Höhe angeschlagen und von einem der Mobilkräne anschließend etwas angehoben, um die Spannung von den 8 Stahlsträngen zu nehmen, die den Kranarm nach wie vor auf Position hielten.

Der Kranausleger ist gesichert !
(Foto: © Bernhard Mandla)
Die Haltebolzen, Schrauben sowie Stränge wurden nun mit Hilfe eines Brenners entfernt. Bedingt durch die lange Trockenheit und die Brenntätigkeit wurde eine Brandwache gestellt, die herunterfallende glühende Teile sofort ablöschte, bevor es zu einem Grasflächenbrand kommen konnte.
Hierzu standen mehrere gefüllte Wassereimer und zwei Kübelspritzen zur Verfügung.
Der Kranausleger konnte nun mit Hilfe der beiden Mobilkräne aufgenommen und auf den Boden verbracht werden.

Arbeiten am Kopf des Kranes.
(Foto: © Bernhard Mandla)
Als zweiter Arbeitsschritt folgte das Entfernen eines riesigen Bolzens, der am Krankopf für den Halt der Kranstützen sorgte.
Hierzu wurde zunächst, wieder mittels Arbeitskorb, der lotrechte Mast durch einen Mobilkran gesichert und anschließend der Bolzen entfernt.

Zwei Kräne im Einsatz !
(Foto: © Bernhard Mandla)
Dieses machte die erwarteten Schwierigkeiten, die sich bereits einige Tage vorher abgezeichnet hatten, als man die Fotos vom Krankopf aus dem Korb der Drehleiter angefertigt hatte.
Aufgrund der Bilder hatte man sich allerdings bereits im Vorfeld eine Taktik zur Beseitigung dieses Bolzens überlegen können.
So konnte man aber auch diese Hürde nach etwas mehr als einer Stunde harter Arbeit nehmen.

Brennarbeiten am Gelenk des Auslegers.
(Foto: © Bernhard Mandla)

Arbeiten kann auch Spaß machen........
(Foto: © Bernhard Mandla)
Die Stütze auf der Weserseite wurde nun vom Mobilkran senkrecht gestellt und der Bolzen sowie die Verschraubung am Boden mit Hilfe eines Brenners entfernt.
Anschließend legten die Kräne die Stütze neben dem Ausleger auf den Boden.

Der Ausleger ist gelöst.
(Foto: © Bernhard Mandla)

Gesamtansicht der Kopfsicherung.
(Foto: © Bernhard Mandla)

Gesamtansicht aus der Sicht der Feuer- und Rettungswache/Leitstelle.
(Foto: © Bernhard Mandla)

Gefährliche Kletterei zur Sicherung der Stützen...
(Foto: © Bernhard Mandla)

Arbeiten am Kran im Gegenlicht.
(Foto: © Bernhard Mandla)

Stütze I ist am Kopf gelöst.
(Foto: © Bernhard Mandla)

Stück für Stück geht es voran...
(Foto: © Bernhard Mandla)

Brennarbeiten am Betonsockel, dessen Stahlverbindungen am Vortag noch freigestemmt worden waren.
(Foto: © Bernhard Mandla)

Geschafft - die Konstruktion schwebt zu Boden....
(Foto: © Bernhard Mandla)
Nach der Entfernung weiterer Verschraubungen sowie Bolzen wurde nun der lotrechte Mast sowie die letzte verbliebene Stütze mit den Mobilkränen gesichert und parallel angehoben.
Mit Hilfe von Führungsleinen gab man am Boden die Richtung vor und konnte nach wenigen Minuten „Kranbewegungen mit viel Fingerspitzengefühl“ die beiden Metallkörper zu Boden bringen.

Die Motoren und die Seilwinde werden abgenommen.
(Foto: © Bernhard Mandla)
Nun wurden noch die beiden bereits gelösten Motoren (Zum Schwenken und Heben) sowie die Seilwinde (Zum Einziehen) von ihrer Position gehoben und auf einer Kunststoffplane abgelegt, um einer eventuellen Umweltbelastung durch alte Schmiermittel vorzubeugen.
Begleitet wurde die Demontage des historischen Kranes von Dana Pollok (Deister- und Weserzeitung Hameln) sowie Jörg Tölke vom Hamelner Radiosender „radio-aktiv“.
Die Radio-Reportage zu diesem Event können Sie übrigens HIER hören !
Der nächste Schritt wird die Demontage der Kranteile durch die Schlosserei der Jugendwerkstatt Hameln und die Verbringung in die dortigen Räumlichkeiten zur Restaurierung sein.
Der Transport des letzten Teiles zur Restaurierung, der lotrechte Mast, soll öffentlich erfolgen. Ein Termin hierfür wird rechtzeitig bekanntgegeben.
Bericht der "Deister- und Weserzeitung" vom 06.08.2009 zum Abbau des Derrick-Kranes.
04. August 2009:
Vorarbeiten zum Abbau des Derrick-Krans - Teil VII
Wie geht es weiter !?
Einen Tag, bevor der alte Derrick-Kran mit Hilfe zweier Mobilkräne abgebaut werden soll, machten sich die Helfer noch einmal auf, die letzten Vorbereitungen für diese Aktion zu treffen.
Eine der Stützen ist irgendwann (aus welchen Gründen auch immer...) mit einem massiven Betonfundament umgeben worden. Um hier an die einbetonierten Bolzen und Schrauben zu kommen bzw. eine Chance zu haben, den Kran hier mit Hilfe einer "Flex" zu trennen, mussten große Teile des Beton weggestemmt werden.
Unter Leitung von Bauingenieur Hubert Mertelsmann, dem fachlichen Leiter der Aktion, machten sich Andreas Engelhardt (Hafenverein Hameln e.V.), Bernhard Mandla (Hafenverein Hameln e.V.) und Martin Düe (Jugendwerkstatt Hameln) an diese schweißtreibende Arbeit.

Bernhard Mandla, Martin Düe, Hubert Mertelsmann und Andreas Engelhardt am Betonfundament im Einsatz.
(Foto: © Marie Mandla)
Zwischenzeitlich brachten einige Mitarbeiter der Jugendwerkstatt die ersten vom Hafenverein abgebauten Teile des Derrick-Krans zur Restaurierung in die benachbarte Schlosserei. Hierzu gehörten die Querstreben des Drehkranzes, sämtliche Bolzen und Schrauben, die heil abgebaut werden konnten sowie Teile des Steuerstandes und Umlenkrollen.

Bau.Ing. Hubert Mertelsmann berät und Andreas Engelhardt stemmt...
(Foto: © Bernhard Mandla)
Nach vier Stunden Stemmarbeit war es dann endlich auch am Betonfundament soweit: Die stählernen Verbindungsteile lagen frei.
Auch der Arbeitskorb für die Mobilkräne wurde am Nachmittag bereits angeliefert. Kranführer Tim Wiegand von der Firma autorent® brachte dieses Zubehörteil mit einem Pick-Up und machte sich schon einmal ein Bild von der Arbeit, die am nächsten Tag auf ihn zukommen würde.

Tim Wiegand (autorent®) und Bernhard Mandla (Hafenverein) laden den Arbeitskorb für die Mobilkräne ab.
(Foto: © Marie Mandla)
Alle verliehen beim Abbau ihrer Gerätschaften noch einmal ihrer Hoffnung Ausdruck, daß am nächsten Tag möglichst alles glatt gehen möge.
Schließlich aber steckt der Teufel immer im Detail und niemand weiß so ganz genau, ob die Substanz des alten Krans bei der bevorstehenden Abbauaktion ausreichen wird, um die Demontage heil zu überstehen.

Bericht der "Deister- und Weserzeitung" vom 01. August 2009, u.a. mit Infos zum Erhalt des Derrick-Krans.
Zum Vergrössern bitte auf das Bild klicken.
29. Juli 2009:
Vorarbeiten zum Abbau des Derrick-Krans - Teil VI
Wie geht es weiter !?

Ein Blick vom Korb der Drehleiter in Richtung Weserpromenade.
(Foto:© Bernhard Mandla)
Mit Hilfe der 30-Meter-Drehleiter (DLK 23-12) der Hamelner Feuerwehr machten sich am heutigen Tage Bau.Ing. Hubert Mertelsmann und Bernhard Mandla, in Personalunion als Feuerwehrmann und Mitglied des Hafenverein Hameln e.V., ein Bild vom "
Kopf" des Derrick-Krans, um möglichst beim Abbau keine "
böse Überraschung" zu erleben.

Bau.Ing. Hubert Mertelsmann (links) und Bernhard Mandla im Korb der Drehleiter auf dem Weg nach oben...
(Foto:© Marie Mandla)
Was sie in luftiger Höhe sahen, war ein massiver und korrodierter Knotenpunkt, an dem alle Stützen, der Ausleger sowie die grosse Umlenkrolle aufeinandertreffen.

Der neuralgische Knotenpunkt: Die Spitze des Krans - Hier laufen alle Stützen zusammen...
(Foto:© Bernhard Mandla)
Eine Vielzahl von Fotos wurden angerfertigt und man machte sich anschließend noch ein Gesamtbild vom Zustand des historischen Krans aus der Vogelperspektive.
Nun gilt es für den beteiligten Bauingenieur, den besten Plan für den planmäßigen Abbau des Derrick-Krans mit Hilfe der beiden 30- und 60-Tonnen-Mobilkräne zu entwerfen.
Involviert in diese Planung werden noch das beauftragte Schlosserei- und Metallbauunternehmen sowie die Mobilkranfrima
autorent®.

Inspektion des Derrick-Krans mit Hilfe der Drehleiter.
(Foto:© Marie Mandla)
Der Hafenverein Hameln e.V. wird den Abbau des Kranes am kommenden Mittwoch ab 7.30 Uhr mit Mannschaft und Gerät unterstützen.

Nils Mandla (Feuerwehr Hameln / Hafenverein) sicherte während der Drehleiteraktion den Fuß- und Radweg der Weserpromande ab, damit niemand zu Schaden kommen konnte.
(Foto:© Marie Mandla)
Die heutige Drehleiteraktion wurde freundlich unterstützt von der Führung der Feuerwehr Hameln. Besonderer Dank gilt Brandmeister
Hagen Bolze, der für diese Aktion unentgeltlich seine Freizeit geopfert hat, um hier unterstützend tätig sein zu können, denn die DLK 23-12 darf nur mit zwei ausgebildeten und erfahrenen Drehleitermaschinisten zum Einsatz kommen.

Die gesamte Derrick-Kran-Konstruktion aus der Vogelperspektive.
(Foto:© Bernhard Mandla)
27. Juli 2009:
Vorarbeiten zum Abbau des Derrick-Krans - Teil V
Wie geht es weiter !?
Zur Ortsbesichtigung zwecks Kranaufstellung zum Abbau des historischen Derrick-Krans trafen sich um 10.00 Uhr die Verantwortlichen der beteiligten Firmen und Vereine:
- Bau.Ing. (grad.) Bernd Huxhold (autorent®-Kranvermietung)
- Bau.Ing. Hubert Mertelsmann (Aktionsleiter Abbau)
- Florian Altenberend (Metallbaumeister Metallbau Altenberend GmbH)
- Bernhard Mandla (Hafenverein Hameln e.V.)
Es wurde festgelegt, die beiden Mobilkräne auf dem Gelände, nicht auf der Weserpromenade, in Stellung zu bringen.
Hierzu sind allerdings auf dem Grundstück noch Vorarbeiten zu leisten, um eine problemlose Anfahrt zu gewährleisten.
Am
Mittwoch, den 29.07.2009, wird der oberste Befestigungspunkt am Derrick-Kran, an dem sämtliche Streben und der Ausleger befestigt sind, mit Hilfe der 30-Meter-Drehleiter (DLK 23-12) der Hamelner Feuerwehr um
10.00 Uhr begutachtet.

Die DLK 23-12 der Feuerwehr Hameln.
(Foto:© Feuerwehr Hameln)
Hier wird dann von den beteiligten Bauingenieuren entschieden, in welcher Reihenfolge die einzelnen Kranteile demontiert werden können und müssen.
Die Auswahl der benötigten Kräne wurde bereits bei der Ortsbesichtigung festgelegt.
Der Termin für den Kraneinsatz zum Abbau wurde auf:
Mittwoch, den 05.08.2009 ab 07.30 Uhr
festgelegt.

Besprechung der Verantwortlichen wegen des Kraneinsatzes vor Ort.
[Foto: © Bernhard Mandla)
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24. Juli 2009:
Vorarbeiten zum Abbau des Derrick-Krans - Teil IV
Wie geht es weiter !?
Eine Besprechung mit den Verantwortlichen des Hafenverein Hameln e.V. unter Leitung von Bauingenieur Hubert Mertelsmann fand um 18.30 Uhr in Form einer Ortsbegehung am Derrick-Kran statt.

Dieser Betonsockel wird erst nach Abtrennung des Kranteils komplett entfernt.
[Foto: © Bernhard Mandla)
Während dieses Meetings wurde festgelegt, den Betonsockel (siehe Foto) einer der Kranstützen aus Sicherheitsgründen erst komplett wegzustemmen, wenn das Kranteil in circa 2 Metern Höhe abgetrennt worden ist, während es von einem Autokran gehalten wird.
Später können die beiden Kranteile im Rahmen der Restauration dann wieder zusammengefügt werden.
Weiterhin wurde für Montag (27.07.2009) eine Ortsbegehung mit dem verantwortlichen Kranführer vereinbart.
Erst nach dieser Ortsbegehung können dann die erforderlichen Sondernutzungsgenehmigungen für die Kranaktion bei der Stadt Hameln im Detail beantragt werden.
Vermutlich muß der Fuß- und Radweg an der Weserpromenade aus Sicherheitsgründen während der Bergungsaktion in diesem Bereich voll gesperrt werden.
Nach dem Genehmigungsverfahren durch die Stadt Hameln wird der endgültige Termin für den Abbau des Derrick-Kranes
hier an dieser Stelle bekanntgegeben.
21. Juli 2009:
Vorarbeiten zum Abbau des Derrick-Krans - Teil III
Diesmal galt es, den Drehkranz des Derrick-Kranes zu demontieren. Teilweise gab es wieder große Schwierigkeiten, die völlig veralteten und verrosteten Verschraubungen zu lösen. Weiterhin mussten vor allem die Teile gesichert werden, die den Drehkranz noch hielten, um zu verhindern, daß die Arbeiter von den schweren Metallverstrebungen getroffen wurden.

Frank Roehr (Wassersportverein Weserbergland), Andreas Engelhardt, Michael Johnson und Frank Heckler (alle Hafenverein Hameln e.V.) bei der schweisstreibenden Arbeit.
(Foto: © Bernhard Mandla)

...die Kletterei auf dem Kran, um alle Verschraubungen lösen zu können, war nicht ganz ungefährlich...
(Foto: © Bernhard Mandla)
Da der Kran bereits keine Holzbohlen mehr besitzt, auf denen man sich gefahrlos bewegen kann, sind die Arbeiten teilweise nicht ungefährlich. Jeder Schritt und jede gelöste Schraube will daher stets sehr wohl überlegt sein.

Andreas Engelhardt, Bernhard Mandla, Michael Johnson und Frank Heckler arbeiten auf dem Kran.
(Foto: © Marie Mandla)
In sengender Hitze und nach mehr als sechs Stunden harter Arbeit war der Drehkranz schließlich gelöst und bis auf eine kleine, aber schmerzhafte Blessur bei Andreas war auch alles gutgegangen.
17. Juli 2009:
Vorarbeiten zum Abbau des Derrick-Krans - Teil II
Zusammen mit dem Technischen Hilfswerk (THW) der Ortsgruppe Hameln waren Mitglieder des Hafenvereins auch an diesem Tag beschäftigt, weitere wichtige Vorarbeiten zum Abbau des historischen Krans zu erledigen.
Während Freiwillige des THW Stemmarbeiten mit Hilfe eines elektrisch betriebenen Bohrhammers an einem der Betonfundamente durchführten, wurden vom Hafenverein weitere grosse und völlig verrostete Schrauben sowie Bolzenarretierungen gelöst.
Diese vorbereitenden Arbeiten werden auch in den nächsten Tagen fortgeführt.

Freiwillige Helfer des THW Hameln sowie des Hafenverein Hameln e.V. führen Arbeiten am Derrick-Kran durch. Im Bild: Der Gerätekraftwagen (GKW) des THW.
(Foto: © Bernhard Mandla)
Im Zusammenhang mit dem Abbau des Derrick-Krans bedankt sich der Hafenverein Hameln e.V. recht herzlich bei der Feuerwehr der Stadt Hameln für die freundliche Unterstützung der Arbeiten durch die Zurverfügungstellung von tragbaren Leitern und Spezialwerkzeug sowie bei der Marinekameradschaft Hameln für die Stromversorgung von ihrem Heimschiff "Pluto" zum Kranplatz !
16. Juli 2009:
Vorarbeiten zum Abbau des Derrick-Krans- Teil I
Nach einer technischen Unterweisung durch Dipl.Ing. Hubert Mertelsmann bereitete der Hafenverein Hameln e.V. den planmäßigen Rückbau des historischen Krans vor, indem Arbeiten erledigt wurden, die notwendig sind, um später den Derrick-Kran mit Hilfe zweier Autokräne von seinem angestammten Platz zu entfernen.
In stundenlanger und schweißtreibender Arbeit unter sengender Sonne kam man so der endgültigen Rettung des Krans ein ganzes Stück näher.

Die Gruppe des Hafenvereins, die die Vorarbeiten zum Abbau des Derrick-Krans erledigt hat:
(v.l.n.r.):
Thomas Sattelmeyer, Marcel Tesche, Adolf Wissel, Andreas Engelhardt, Norbert Truckenbrodt, Bernhard Mandla, Michael Johnson und Frank Heckler. (Auf diesem Bild fehlt noch Nils Mandla)
Foto: © Dipl.Ing. Mertelsmann

Thomas, Marcel und Nils
(Foto: © Bernhard Mandla)

Bernhard, Thomas und Marcel
(Foto: © Nils Mandla)

Michael und Adolf
(Foto: © Bernhard Mandla)

Norbert und Frank
(Foto: © Bernhard Mandla)

Adolf, Andreas, Michael, Frank, Thomas und Marcel
(Foto: © Bernhard Mandla)

Andreas Engelhardt an der Flex....
(Foto: © Bernhard Mandla)

Die Werkzeugablage - nur so konnte man auf dem Abbruchgelände die Übersicht über das Arbeitsmaterial behalten, das gerade nicht benötigt wurde...
(Foto: © Bernhard Mandla)
Lesen Sie hier mehr zum Thema:
"Rettung des Derrick-Krans"HamelnAlter Kran am Weserufer von Abriss bedroht
Von
Marc Fisser (Deister- und Weserzeitung Hameln)
Hameln (mafi). Alle Beteiligten hatten
„von einer tollen Sache für Hameln“ gesprochen. Jetzt ist jedoch die Gefahr groß, dass der historische Derrickkran auf dem früheren Holz-König-Gelände am Hamelner Weserufer in der Schrottverwertung endet – anstatt von jungen Arbeitslosen restauriert und zum Blickfang für Touristen und Einheimische zu werden. Diese Gefahr ist akut geworden, nachdem der Grundstückseigentümer begonnen hat, das Brachgelände an der Ruthenstraße freizuräumen, um darauf bis auf weiteres Autos parken zu lassen.
70 000 Euro vom Job-Center
Der Rettungsplan für den markanten Kran ist noch nicht in Kraft, obwohl bereits vor drei Jahren eine „Allianz“ geschmiedet worden war. Die benachbarte Jugendwerkstatt (JWH) wollte die Maschine durch Auszubildende und Arbeitslose restaurieren lassen, das Job-Center Hameln-Pyrmont hierfür die Personalkosten von rund 70 000 Euro übernehmen und die Stadt Hameln die spätere Aufstellfläche an der Uferpromenade zur Verfügung stellen. Es sei nur noch zu klären, ob die Stadtverwaltung die Kosten für Unterhalt und Haftung tragen kann, hatte Rathaussprecher Thomas Wahmes betont. Das jedoch ist bis heute nicht geschehen, wie Wahmes gestern einräumte.
„Wir hatten dem Projekt keine Priorität gegeben.“ Jetzt allerdings gelte es, schnell zu handeln
„und den Kran zu sichern“.
„Wir sehen den Wert als Baudenkmal, das mit Hameln und der Weser eng verbunden ist“, sagt Wahmes. Die zuständigen Mitarbeiter im Rathaus wollten jetzt mit allen Beteiligten sprechen, um Wege zum Erhalt des 54 Jahre alten Gerätes zu finden. Holger Reineke, Vizechef des Job-Centers, bekräftigte gestern gegenüber der Dewezet das Angebot seiner Behörde, den Derrickkran im Rahmen eines Förderprojektes auf Vordermann zu bringen.
„Wir sind gerne bereit, das zu unterstützen.“ Wichtig sei die Nachhaltigkeit, soll heißen: Der Kran müsse einen bleibenden Platz im Stadtbild bekommen. Reineke:
„Wir wollen eine sinnvolle Beschäftigung fördern, bei der die Mitarbeiter hinterher sehen, was sie geschaffen haben.“Auch JWH-Leiter Klaus-Dieter Jösten steht mit seiner Metallwerkstatt
„Gewehr bei Fuß“, wie er sagt. Rund ein Dutzend Lehrlinge und mehrere ABM-Kräfte könnten ein Jahr lang mit diesem Projekt beschäftigt werden.
„Alt und Jung würden sich dabei gegenseitig etwas beibringen“, ist Jösten überzeugt. Er favorisiert es, den Kran an Ort und Stelle zu sanieren. Sollte jedoch das Versetzen auf den öffentlichen Grund nötig werden, müsste hierzu ein Autokran organisiert werden. Eine kostengünstige Lösung dafür sei noch nicht gefunden.
Fachliche Hilfe bei der Restaurierung hatte bereits 2006 der Kranhersteller „Markus Schmidt-Tychsen“ angeboten. Mit Interesse blickt auch Bad Oeynhausen nach Hameln. In der Kurstadt ist die Situation ähnlich wie weseraufwärts: Auf dem Gelände einer früheren Holzhandlung stehen zwei Derrickkräne.
„Wir arbeiten an ihrem Erhalt“, schildert Stadtsprecher Rainer Printz.
„Die Geräte haben einen hohen Symbolwert für die Weserschifffahrt und die Holzindustrie.“ Und sie seien eine Attraktion für den vorbeiführenden Weserradweg.
Dewezet-Kommentar von Marc Fisser: Endlich anpacken!
Seit drei Jahren steht fest: Der historisch und touristisch interessante Kran am Weserradweg in Hameln könnte im Rahmen eines Förderprojektes für junge benachteiligte Auszubildende und Arbeitslose restauriert und damit gerettet werden. Die Kosten will das Job-Center tragen, das letzte Wort jedoch hat die Stadtverwaltung. Die Mitarbeiter im Rathaus sind angeblich begeistert – aber für ihre Entscheidungsfindung haben auch drei Jahre nicht gereicht. Erst jetzt, wo dem Kran die Verschrottung droht und die Öffentlichkeit in Form der Zeitung nachfragt, beginnen noch einmal die Überlegungen. Zu hoffen ist, dass hier nicht dieselben „Experten“ am Zuge sind, die so große Schwierigkeiten haben, eine zu Hameln passende Fußgängerzone zu gestalten, die ein äußerlich missratenes Einkaufs-Ufo in der Altstadt landen ließen und die es nicht schaffen, ein funktionierendes Radwegenetz zu knüpfen. „Packen wir’s an!“ – das wäre mal ein anderes Motto im Rathaus.
© Dewezet-Artikel vom 12.05.2009
Der Hafenverein Hameln e.V., bekanntermaßen sehr an der Hamelner Hafen- und Stadtgeschichte interessiert, hat den Entscheidungsträgern in dieser Angelegenheit rechtzeitig seine Hilfe angeboten.
Um den Kran vor der Verschrottung zu retten, sind die Männer des Hafenvereins bereit, den planmäßigen Abbau des Krans für Renovierungszwecke tatkräftig und natürlich kostenfrei zu unterstützen.
Dem Hafenverein Hameln ist sehr daran gelegen, den historischen Derrick-Kran kurzfristig vor dem Verschrotten zu retten, ihn der Jugendwerkstatt zur Restaurierung zu überlassen und ihn anschließend an geeigneter Stelle wieder aufzubauen.
Diese Aktion wird der Hafenverein vorbehaltlos unterstützen !
Alle Beteiligte erhoffen sich eine positive Entscheidung von Seiten der Stadt Hameln sowie des Grundstückeigentümers zugunsten der Kran-Erhaltung, zumal die Jugendwerkstatt (Hameln), das Job-Center (Hameln), der Kranhersteller „Markus Schmidt-Tychsen“ (Hamburg) sowie der Hafenverein (Hameln) deutliche und positive Signale in dieser Angelegenheit ausgesandt haben.Hier einige Detailfotos vom Hamelner Derrick-Kran, um zu verdeutlichen, welche immensen Aufgaben auf die Beteiligten zukommen werden, aber auch, dass es sich auf jeden Fall lohnt, diesen historischen Kran zu erhalten.

Gesamtansicht des Krans (Ansicht von der Feuerwache)
(Foto: © Bernhard Mandla)

Detailansicht des Motors
(Foto: © Bernhard Mandla)

Der Kranausleger
(Foto: © Bernhard Mandla)

Detailaufnahme der Gesamtkonstruktion
(Foto: © Bernhard Mandla)

Der Bedienstand und der Antriebsbereich sind total zugewuchert, die hölzerne Kranführerkabine fehlt gänzlich
(Foto: © Bernhard Mandla)

Der gesamte Kran befindet sich in einem renovierungsbedürftigen Zustand
(Foto: © Bernhard Mandla)

Die Konstruktion hält noch
(Foto: © Bernhard Mandla)

Eines der Betonfundamente
(Foto: © Bernhard Mandla)

Detail der Kranspitze
(Foto: © Bernhard Mandla)

Konstruktionsaufnahme
(Foto: © Bernhard Mandla)