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Inhalt dieser Seite:

  • Die Geschichte des Hamelner Hafens
  • Der Hochwasserschutzdeich am Hafen
  • Die Hafenkräne auf den Werften in Hameln
  • Die Derrick-Kräne in Hameln an der Weser
  • Sonstige Hafen-Kräne in Hameln an der Weser
  • Der Teleskopgasbehälter ("Gasometer") am Hamelner Hafen


  • Die Geschichte des Hamelner Hafens


    Bereits 1869 hatte man mit der Hannover-Altenbekener Eisenbahn-Gesellschaft über den Bau eines Schutz- und Handelshafens sowie einer Hafenbahn verhandelt  und entsprechende Geldmittel auswerfen wollen.

    Dieses Vorhaben trat dann 1882 in ein neues Stadium.
    Das preussische Ministerium für öffentliche Arbeiten ließ durch die Landdrostei Hannover erklären, der Statt werde die Kosten für eine Bahn übernehmen, wenn die Stadt Hameln das Gelände bereitstelle und den Hafen anlege.

    Das schien den städtischen Kollegien in dieser Form nicht tragbar. Schließlich stimmte der Minister einem Hamelner Gegenvorschlag zu: Der Staat baut Hafen und Hafenbahn, und die Stadt gibt den Grund und Boden her und lässt eine 280 Meter lange Kaimauer errichten. Erst 1886 setzte der Bau der Anlagen unmittelbar südlich der Stadt ein und konnte 1887 zum Abschluss gebracht werden. Die Hafenbahn wurde am 2. Dezember 1887 dem Verkehr übergeben. Der neue, mit einem Kostenaufwand von 58.000 Mark errichtete Hafen hatte eine Länge von 118 und eine Sohlenbreite von 37,5 Metern.

    Er diente wie der alte, den man zuschüttete, den Schiffen zum Winteraufenthalt. Mehr und mehr erfüllte er aber mit seinen Verkehrseinrichtungen – Kaimauer, vollspurigen Gleisanlagen, Lagerplatz – auch seine Aufgabe als Handelshafen.
    Jetzt war der unmittelbare Umschlag zwischen Eisenbahn und Schiffahrt möglich. Der in Hameln gern erörterte Gedanke an einen „Weserbahnhof“ erwies sich allerdings als nicht realisierbar.

    Von einem Handels- und Verkehrshafen im strengen Sinne konnte erst später gesprochen werden, als der Aufschwung der Weserschiffahrt und das immer dringender hervortretende Verkehrsbedürfnis seine Vergrößerung notwendig machten.

    Der Staat erweiterte das Hafenbecken um 187 Meter und die Stadt verbesserte die Umschlagseinrichtungen, Massnahmen, die 1897/98 beendet wurden.

    Der Schutzhafen von 1898 im Jahre 1903 fotografiert
    (Foto: Archiv - alle Rechte vorbehalten)

    Die Hamelner Grosswasserbauten – Wehre und Schleuse, Hafen und Hafenbahn – kamen der Oberweserschiffahrt zugute, die seit den 1880er Jahren einen immer mehr hervortretenden Aufschwung nahm und die Bedeutung Hamelns als Weserhafen und Umschlagplatz ständig wachsen ließ.

    Frachtkähne im Hafen Hameln im Jahre 1910
    (Foto: Archiv - alle Rechte vorbehalten)

    Mitten im 1. Weltkrieg – 1914/16 – ließ der Getreidekaufmann Moritz Salm (1878 – 1960) am Hafen einen sechsstöckigen Rieselspeicher mit einem Fassungsvermögen von 70.000 Doppelzentnern erbauen, der eine längere Frischhaltung auch feucht geernteten Getreides ermöglichte.

    Der Hamelner Hafen auf einer alten Postkarte aus den 20er Jahren

    Im Herbst 1920 wird noch ein elektrischer Portalkran mit 4,4 Tonnen Tragfähigkeit aufgestellt. Er soll das wichtigste Umschlaggut der Binnenschiffe,  nämlich Getreide, Kali, Steine, Holz und Kohle, direkt im Schutzhafen entladen.
    Von dort wird es dann direkt mit der Hafenbahn oder Lastkraftwagen zu den verarbeitenden Betrieben verbracht.

    Festgefrorene Frachtschiffe im Hamelner Schutzhafen im Winter 1929
    (Foto: Archiv - alle Rechte vorbehalten)

    Im November 1926 steht Hameln nach Minden, Hannoversch-Münden und Bremerhaven im Güterumschlag der Binnenschiffahrt auf der Weser an vierter Stelle.

    Am 29. September 1929 wird der Speicher der Getreidehandlung W. Dralle am Hafen durch ein Großfeuer vollständig vernichtet. Es entsteht ein Sachschaden in Höhe von 300.000 Mark.

    Der Schutzhafen in den 50er Jahren
    (Foto: Archiv - alle Rechte vorbehalten)

    31 500
    1950er Jahre: Schiffstaufe der "Nordland III" auf der Werft  im Hamelner Hafen
    (Foto: © Peter Kröger)

    Weitere Informationen zur Schiffswerft im Hamelner Hafen finden Sie hier !


    Der Umschlag im Hamelner Hafen war im Dezember 1955  – 1953/54 um 70 % auf 143.729 t gestiegen – erhöht sich um weitere 30 % auf 186.593 t und erreicht bei einem Anteil von 102.000 t Getreide und Getreideerzeugnissen sowie 70.000 t Kohle Höchststand seit 1914.
    Foto Stadtarchiv Hameln 06
    Die Wesermühlen am Hamelner Hafen im August 1959. Der 1949 fertig gestellte Bau wird einige Jahre später auf der anderen Hafenseite durch ein Silo ergänzt. Im Hafenbecken liegen zwei Raddampfer vor Anker.
    (Foto: © Stadtarchiv Hameln - Best. 602 H Nr. 3/7]


    Stapellauf des Frachtschiffes "ITH" auf der Werft im Hamelner Hafen
    (Foto: © Gronemann, Hameln)

    Im Laufe der  Nachkriegsjahre verliert die Binnenschiffahrt in Hameln leider  immer weiter an Bedeutung.
    Immer weniger Schiffe legen an, um hier ihre Ladung zu löschen.

    1967: Noch werden Binnenschiffe im Hamelner Hafen, hier an der Wesermühle, be- und entladen. Ein Bild, das sich leider in den nächsten Jahren grundlegend verändern wird.
    (Foto: © Stadtarchiv Hameln)

    So verliert auch der Hamelner Hafen seine führende Rolle und entwickelt sich mehr und mehr zum reinen Schutzhafen für die Passagierschiffe der „Oberweser-Schiffahrt“.

    Der Hamelner Schutzhafen in den 80er Jahren.
    (Foto: © „Luftbild Hameln“, Verlag CW Niemeyer, Hameln, 1983)


    Der Schutzhafen im Bereich der Wesermühle.
    (Foto: © „Luftbild Hameln“, Verlag CW Niemeyer, Hameln, 1983)

    Im Jahre 2001 gerät der Hamelner Hafen, der inzwischen ein "Dornröschendasein" fristete, noch einmal ins Visier der Öffentlichkeit:

    Hier: Presseberichte und Leserbriefe aus 2001


    Der Hamelner Unternehmer Fritz Mayer wollte das Hafenbecken in eine Marina für Sportboote verwandeln.
    Weiterhin war von Seiten der städtischen Verwaltung geplant, den hintersten Teil des Hafens komplett mit Schlamm aus dem vorderen Hafenteil aufzufüllen, um diesen dann für die Sportboote nutzen zu können.
    Plan 2001 klein 02
    Kopie des Planes zur künftigen Hafennutzung von 2001. Zum Vergrössern bitte auf das Bild klicken. (Quelle: unbekannt)

    Die diversen Passagierschiffe der „OWD“, die „Brissago“ der Reederei Warnecke sowie gewerbliche Frachtschiffe sollten in der Hafeneinfahrt in Höhe der Hauptgenossenschaft (heute: Jugendwerkstatt) sowie der Wesermühle vor Anker gehen.

    Für die Hausboote und ihre Besitzer wurde zunächst gar nicht nach einer einvernehmlichen Lösung gesucht.

    So kämpften die Reedereien um den geschützten Hafen, den sie als Winterquartier für ihre Flotte dringend benötigten.

    Die Hausbootbesitzer kämpften um ihre Liegeplätze, denn schließlich hatten sie eine ganze Menge Geld in ihre Wohnschiffe investiert und wollten nun nicht unverschuldet obdachlos werden. 

    …und einige kluge Köpfe im Rathaus wollten auch die Frachtschifffahrt nicht ganz abschreiben („Niemand weiß heute, wie sich das in zehn Jahren entwickelt“ FBL Deppmeyer) und sprachen sich gegen eine große Marina und für den Erhalt des alten Schutzhafens aus.

    Im Februar 2001 kaufte die Stadt Hameln den Hafen schließlich für 20.000 Mark, um zu verhindern, dass der Hafen in private Hände fällt.
    Mindestens 60 % der Fläche sollten für die OWD-Flotte, Hausboote und das Fahrgastschiff „Brissago“ sowie für Frachtschiffe bleiben.

    Trotz vieler schöner offizieller Worte gab es noch immer Befürworter, die Hausboote und ihre Besitzer ganz aus dem Hafen zu verbannen.
    Zu diesem Zeitpunkt lagen noch einige unbewohnte Schiffswracks im Hafen, von denen zwar laut Verwaltung „keine Gefahr für die Umwelt ausgeht“ (AL Bruns), wie Ratsmitglied Paschwitz in öffentlicher Sitzung mehrfach behauptete, aber die Diskussion über das Für & Wider der Hausboote wollte partout kein Ende nehmen.

    So wurde im Jahre 2002 als Konsequenz der Hafenverein Hameln e.V. gegründet, der sich den Interessen der Hausbootbesitzer aber auch den Aspekten des Umwelt- und Naturschutzes im Hafen annahm.
    Ein Aspekt, der bis dahin bei dieser Diskussion nahezu völlig vergessen worden war.

    Der Hafenverein hob, entkernte und entsorgte in der Folgezeit die „herrenlosen“ Schiffswracks und kümmerte sich darum, dass die Forderung von Ratherr Paschwitz aus 2001: „Jeder muss dafür sorgen, dass es im Hafenbecken ordentlich aussieht.“ nun auch tatsächlich in die Tat umgesetzt wurde.

    2002: Ein untergegangenes Schiff im Schutzhafen wird durch Hafenverein gehoben
    (Foto: © Hafenverein Hameln)

    Heute liegen hier die Personenschiffe der „Flotte Weser“ und der Firma „Warnecke“  sowie einige bewohnte Hausboote und das Vereinsschiff des Hafenverein Hameln e.V., die „Task“,  geschützt vor Anker.     

    Mit seinen Hochwasserschutzdeichen erfüllt der Hamelner Hafen aber auch nach wie vor seine Aufgabe, und bedingt durch die zunehmende Industriebebauung ringsherum wichtiger denn je, das Industriegebiet „Süd“ bei Hochwasser vor verheerenden Überschwemmungen zu bewahren.

    Der Hochwasserschutzdeich am Hamelner Hafen




    Hamelns Senator und Großmühlenbesitzer Friedrich Wilhelm Meyer setzte sich nicht nur mit großem Engagement für die Weserschifffahrt und die touristische Erschließung des Weserberglandes ein, sondern forderte auch konsequent ab 1899 den Bau eines Hochwasserschutzdammes zur Sicherung weiteren Industriegeländes sowie die Schiffbarmachung der Hamel.
    Er sollte sich mit seinen Vorstellungen einer wirtschaftlich aufstrebenden Stadt mit Hafen durchsetzen und heute trägt die Strasse, die direkt zum Hamelner Schutzhafen führt, seinen Namen: "Senator-Meyer-Weg".

    Durch den Hochwasserschutzdamm (Deich), der tatsächlich erst einige Jahre nach Fertigstellung des eigentlichen Schutzhafens errichtet wurde, sollte also ein neues Industriegelände der Stadt erschlossen werden können.

    Hier einige Fakten aus der Hamelner Stadtchronik: Das 1907/08 durch den Hochwasserschutzdamm vor Überflutung gesicherte und durch die auf 1000 Meter schiffbar gemachte Hamel verbundene Gelände im Süden der Stadt konnte im wesentlichen erst nach dem Kriege industriell genutzt werden.

    Am 18. Dezember 1917 erwarb die Stadt Hameln für den Kaufpreis von 840.000 Mark das grosse Gelände am Hafen samt den beiden Ziegeleien an der Ohsener Strasse.
    So wurde die Basis dafür geschaffen, südlich des Stadtkerns in Hafennähe, jedoch abseits der Wohngebiete, neue Industrien zu zentralisieren.

    Am 16. November 1919 werden erweiterte, jedoch nicht speziell beschriebene Baumassnahmen am Hochwasserschutzdeich in der Stadtchronik dokumentiert.
    AEG und Hafen 1961 Stadtarchiv Hameln
    Das Industriegebiet Hameln-Süd mit dem riesigen AEG-Gelände (früher DOMAG, heute VOLVO) im Vordergrund und dem Hamelner Schutzhafen mit Schiffswerft am oberen rechten Bildrand im Jahre 1961.
    (Foto: © Stadtarchiv Hameln)

    Der erste Spatenstich für das neue Industriegebiet Hameln-Süd, ein 26-Millionen-Deutsche Mark-Projekt, das bis 1884 durchgeführt werden soll, erfolgt am 15. April 1980.

    Inzwischen schützt der Hochwasserschutzdeich so bedeutende Industrieunternehmen wie die VOLVO bzw. ABG-Baumaschinen-Produktion, das Lebensmittelwerk Vogeley, das Kesselwaggonbau- und Reinigungsunternehmen Kaminski, die Spedition Ewald sowie die Firma Containerbau Hameln - um nur einige Wenige zu nennen.

    Die Kräne auf den Werften und Hafenanlagen in Hameln


    Teil 1: Die Hafenkräne auf den Werften in Hameln


    Auf dem Gelände der Kaminski-Weserwerke-Werft an der schiffbaren Hamel (1919 - 1926) sowie dem Areal der Oberweser-Schiffswerft im Hamelner Hafen
    (1929 – 1964) existierte jeweils ein Hafenkran zum Be- und Entladen von Transportmitteln sowie als Montagehilfe zum Bau- und Umbau von Schiffen.
    Die Hauptanwendung dieser Kräne war das Be- und Entladen sowie die Verlastung von Gütern an einen bestimmten Punkt.
    Kran 2 Hafenverein Hameln
    Portaldrehkran der Oberweser-Werft im Hafen.
    (Foto: © Peter Kröger)

    Kran 3 Hafenverein Hameln
    Portaldrehkran der Oberweser-Werft im Hafen.
    (Foto: © Peter Kröger)

    Die davor verwendeten Handwinden waren nicht mehr zeitgemäß und mit den umzuschlagenden Materialien und Mengen hoffnungslos überfordert.
    Kran 4 Hafenverein Hameln
    Portaldrehkran der Oberweser-Werft im Hafen.
    (Foto: © Hartmut Meyer-Hermann)

    Man entschied sich auf beiden Werften jeweils für einen Portal-Ausleger-Drehkran (Portaldrehkran) als Gittermastkonstruktion.
    Diese Kräne waren als Schienen-Laufkräne (Mit Unterwagen, der auf Schienen läuft) konstruiert und konnten fast auf der gesamten Länge der Reparatur- und Neubauhelgen verfahren werden.
    Kran 6 Hafenverein Hameln
    Portaldrehkran der Oberweser-Werft im Hafen.
    (Foto: © Peter Kröger)

    Kran 5 Hafenverein Hameln
    Portaldrehkran der Kaminski-Werft an der schiffbaren Hamel
    (Foto: © Werksarchiv Franz Kaminski GmbH, Hameln)

    Somit mussten die Schiffe zum Be- und Entladen nicht mehr zum Kran verholt werden, sondern der Kran kam zu den Schiffen.
    Dieses bedeutete für den Betriebsablauf eine erhebliche Vereinfachung.
    Der Antrieb des Krans erfolgte elektrisch über ein in der Erde verlegtes Starkstromkabel.
    Damit war der Kran seinerzeit ein hochmodernes Gerät. Schließlich gab es damals noch viele Hafenkräne, die mit Dampf oder druckwasserhydraulisch angetrieben wurden.

    Die Hersteller der in Hameln stationierten Kräne waren vermutlich die damals namhaften Firmen Bamag-Meguin aus Berlin und/oder die Firma DEMAG aus Duisburg.
    16 Kaminski Werft Hafenverein Hameln
    Einbringen eines Kessels mit Hilfe des Hafenkrans (ca. 1924) in ein Kesselschiffneubau an der schiffbaren Hamel.
    (Foto: © Werksarchiv Franz Kaminski Waggonbau GmbH)

    17 Kaminski Werft Hafenverein Hameln
    Einbringen der Kessel mit Hilfe des Hafenkrans in das Schiff.
    (Foto: © Werksarchiv Franz Kaminski Waggonbau GmbH)

    Nach den vorliegenden Fotos und Informationen hatten die Kräne vermutlich eine Tragkraft von ca. 2000 kg, eine Hubhöhe von 12 Metern sowie eine Kranauslage von ca. 11 Metern.

    Die anfängliche Vermutung, dass der Hafenkran der Kaminski-Werft nach deren Stilllegung später auf der Oberweser-Werft im Hafen wieder aufgebaut wurde, bestätigten sich nicht. Es handelt sich tatsächlich um zwei verschiedene Kräne, vermutlich auch unterschiedlicher Hersteller.

    Teil 2: Die Derrick - Kräne in Hameln an der Weser


    Derrick-Kran...

    ...ist die Bezeichnung für einen Kran, der aus einem lotrechten Mast und schrägem Ausleger besteht.
    Der Ausleger kann beliebig geschwenkt und durch ein Seil gehoben und gesenkt werden.

    Er wird auch Gittermastkran oder Dreibockkran genannt.
    Der Name stammt von dem englischen Henker Thomas Derrick.
    Kran 1 Hafenverein Hameln
    1950: Der Derrick-Kran bei der Firma Schütt & Cie. im Hamelner Hafen (links unten im Bild).
    (Foto: © Stadtarchiv Hameln)

    Der Derrickkran ist ein stationärer Kran, der sich zum Heben schwerer einzelner Lasten eignet.
    Kleinere Exemplare finden sich gelegentlich noch in Holzsägewerken.

    Einer der ursprünglichen Vorteile des Derrickkrans liegt darin, dass er durch seine Konstruktion relativ einfach zu berechnen ist - er besteht nur aus geraden Stäben oder Gitterträgern, die gelenkig miteinander verbunden sind.

    Mitte des 19. Jahrhunderts wurden die Derricks zunehmend größer und stärker, da sie aus vernietetem Eisen und später aus vernietetem Stahl hergestellt wurden. Traglasten von 10 Tonnen bei 20 Meter Ausladung waren dadurch keine Seltenheit mehr.

    Es gab sehr viele verschiedene Arten von Derrick-Kräne. Allen Kränen gemeinsam war jedoch ein drehbarer senkrechter Standmast. Unterschieden wird grundsätzlich zwischen seilverspannten Derrickkranen sowie Strebenderrickkranen.

    Derrick-Kräne wurden anfangs von den entsprechenden Baufirmen vielfach selbst hergestellt. In Deutschland gab es neben vielen kleinen Derrickbaufirmen insbesondere nach dem 2. Weltkrieg zwei namhafte große Derrickkran-Hersteller: Schmidt-Tychsen in Hamburg, und Friedrich Krupp in Rheinhausen.

    Im Hafen von Hameln existierten mindestens zwei ortsfeste Exemplare ohne Plattform. Ein Seilderrickkran befand sich im Schutzhafen bei der Holzfirma Schütt & Cie., ein weiterer Derrick-Kran auf dem Gelände der Holzfirma König.
    Dieser Kran existiert noch heute, befindet sich jedoch in einem erbarmungs- und renovierungsbedürftigen Zustand.
    Kran 7 Hafenverein Hameln
    1950: Der noch existierende Derrick-Kran auf dem ehemaligen Firmengelände der Holzhandlung König an der alten Eisenbahnbrücke.
    (Foto: © Bernhard Mandla)

    Technische Informationen:
    • www.hansebubeforum.de
    • © Wissen Media Verlag
    • Wikipedia® - Die freie Enzyklopädie


    Teil 3: Sonstige Hafen-Kräne in Hameln an der Weser


    1. Im Herbst 1920 wird ein elektrischer Portalkran mit 4,4 Tonnen Tragfähigkeit aufgestellt. Er soll das wichtigste Umschlaggut der Binnenschiffe,  nämlich Getreide, Kali, Steine, Holz und Kohle, direkt im Schutzhafen entladen.
      Von dort wird es dann direkt mit der Hafenbahn oder Lastkraftwagen zu den verarbeitenden Betrieben verbracht.
      (Weitere Details zu diesem Kran sind zur Zeit leider noch nicht bekannt.)
    2. Auf  der Hafenseite der Wesermühlen Hameln, Kurt Kampffmeyer, ("Matador Mehl") war ebenfalls ein Portal-Ausleger-Drehkran (Portaldrehkran) als Gittermastkonstruktion im Einsatz.
      Hafenkran Wesermuehle Hameln Hafen Hafenverein Hameln
      1950er Jahre: Der bei den Wesermühlen eingesetzte Portalkran
      (Foto: © Privatarchiv Bernhard Mandla)

      Dieser Kran war als Schienen-Laufkran, mit Unterwagen, der auf Schienen läuft, konstruiert und konnte fast auf der gesamten Länge des hafenseitig gelegenen Werksgeländes eingesetzt werden.


    Die Geschichte der Hafenkräne wird weiter ergänzt, sobald aktuelle Informationen vorliegen !


    Gasometer Hafen Hafenverein Hameln Text
     
    Die Stadtwerke Hameln betreiben auf ihrem grossen Unternehmensgelände zwischen der Hafenstrasse und der Strasse Am Hafen noch immer einen Teleskopgasbehälter (Art: Tele frei) zur Erdgasversorgung der Hamelner Bevölkerung.
    Gasometer 1958 Hafen Hafenverein Hameln
    Fliegeraufnahme aus dem Jahre 1958: Der Teleskopgasbehälter im Hafengebiet, heute "Industriegebiet SÜD"
    (Foto: © Stadtarchiv Hameln Best. 607 Nr. 656)

    Er besteht aus einem Sperrwasserbecken, zwei Teleskophubteilen und einer Glocke, wurde im Jahre 1942 erbaut, in 1954 aufgestockt und steht zur Zeit noch nicht unter Denkmalschutz.
    Gasometer Busse 2009 Hafen Hafenverein Hameln
    Der Teleskopgasbehälter von der Strasse "Am Hafen" aus gesehen. Da sich im Juli 2009 das Busdepot des öffentlichen Nahverkehrs ("Öffis") gerade im Neubau befand, wurde die gesamte Busflotte nach Feierabend in dieser Zeit auf einem grossen Platz unmittelbar vor dem Gasbehälter am Hafen abgestellt.
    (Foto: © Bernhard Mandla)

    Der Niederdruck – Glockengasbehälter der Stadtwerke Hameln



    1. Aufbau und Funktionsweise



    Der Glockengasbehälter besteht aus einem runden Wasserbecken aus Stahlbeton, in das zwei Teleskopbehälter und eine Glocke (Hubteile) aus Stahlblech eintauchen. Die Bewegungen der Hubteile werden durch Rollen, die an einem Stahlgerüst laufen, geführt.
    Gasbehaelter Historische Ansicht Hafen Hameln
    Historische Darstellung von Aufbau und Funktion des Gasbehälter.
    (Foto: ©Stadtwerke Hameln)

    Zur äußerlichen Begehung des Gasbehälters befinden sich am Führungsgerüst ein Treppenturm mit Plattformen, zwei Rundgänge und eine Korbleiter aus Stahl. Die Abdichtung der beweglichen Behälterteile erfolgt mit der Wassersperrschicht des Wasserbeckens und über Haktassen, die beim Eintauchen in das Wasserbecken mit Wasser gefüllt werden.

    Die Befüllung und Entleerung des Behälters erfolgt über eine Gasleitung, die durch das Beton-Wasserbecken führt und über der Wasser-Sperrschicht im Behälter endet. Die Sicherung und Absperrung des Behälters wird durch in der Gasleitung eingebaute Motorschieber, einer Rückschlagklappe sowie weiterer handbedienbarer Schieber und einem Flüssigkeitsabschluss, der als Wassertopf ausgebildet ist, erreicht.

    Bei der Befüllung des Gasbehälters wird zuerst die Glocke und anschließend werden die zwei Teleskope nacheinander durch das einströmende Gas und des daraus resultierenden Gasdruckes von ca. 15 mbar bis 25 mbar angehoben. Dieser Vorgang ist mit einer Traglufthalle vergleichbar.
    Gasbehaelter mit Geruest Hafen Hameln
    Gasbehälter mit Gerüst, Führungsrollen und Umgang.
    (Foto: ©Stadtwerke Hameln)

    Das Wasserbecken beinhaltet eine grosse Wassermasse, die sich bei Frost nur sehr langsam abkühlt. Um eine Eisbildung des stehenden Wassers zu vermeiden, wird das Wasser aus dem Wasserbecken umgewälzt. Es wird zunächst in die oberste Haktasse gepumpt. Von dort strömt es durch Überläufe in die unteren Haktassen und gelangt wieder in das Wasserbecken. Auf diese Weise wird eine Wasserzirkulation bzw. Wasserbewegung erreicht, die eine Eisbildung verhindert. Bei anhaltend stärkerem Frost wird das zirkulierende Wasser durch eine angeschlossene Ferndampfleitung über einen Wärmetauscher frostfrei temperiert.

    Die wichtigsten Messwerte wie Behälterinhalt, Wassertemperatur, Behälterdruck, Behälter Zu- und Ablauf werden mit einem Rechner in der Netzleitstelle registriert und ständig überwacht.
    Gasbehaelter Vogelperspektive Hafen Hameln
    Gasbehälter aus der Vogelperspektive.
    (Foto: ©Stadtwerke Hameln)

    Früher diente dieser Gasbehälter in Zeiten der Eigengaserzeugung neben weiteren Gasbehältern als reiner Gasspeicher für Hameln.
    Heute dient der Gasbehälter u. a. zum Ausgleich von Kapazitätsspitzen (interne Regelenergie) und zur Noteinspeisung bei Ausfall des Gasbezuges am Netzkopplungspunkt.
    Gasbehälter grosse Ansicht Hafen Hameln
    Gasbehälter in einer Gesamtansicht.
    (Foto: ©Stadtwerke Hameln)

    2. Technische Daten des Gasbehälters


    • Behälterinhalt: max. 24.000 m³
    • Baujahr: 1942 mit max. 16.000 m³
    • Aufgestockt: 1954 auf 24.000 m³
    • Hersteller: Firma F.A. Neuman Anlagentechnik, Eschweiler
    • Durchmesser: ca. 36 m
    • Höhe bei max. Inhalt: 28,5 m
    • Betriebsdruck: ca. 25 mbar
    • Teleskope (Summe Hubteile und Oberglocke): 3fach
    • Art und Form des Wasserbeckens: Stahlbeton


    Hier ein paar Daten und Fakten zur Geschichte der Gasversorgung in Hameln:



    1896

    Aus: „Statistische Mitteilungen über die Gasanstalten“ von Dr. E. Schilling 1896:

    Hameln. 16.000 Einwohner. Eigentümerin: die Stadtgemeinde. Dirigent: A. Riege.

    Geschichtliches: Die Anstalt wurde im Jahre 1861 erbaut. Der Gründer, Unternehmer und Erbauer war Herr F. Trulsen, welcher die Anstalt bis zum 15. Juli 1874 in Besitz hatte und an diesem Tage an die Allgemeine Gas-Actien-Gesellschaft zu Magdeburg verkaufte. Am 1. Januar 1889, noch zwei Jahre vor Ablauf der Concession, ist die Anstalt von der Stadt käuflich erworben.

    Anstalt: Leistungsfähigkeit: 5.000 cbm Steinkohlegas pro Tag.

    1913/14
    • Eigentümer. Stadtgemeinde
    • Direktor: A. Riege
    • Gasmeister: Adolf Schaper
    • Leistungsfähigkeit: 8.000 m³ Steinkohlegas/Tag
    • 5 Retortenöfen mit insgesamt 45 Retorten
    • 3 Gasbehälter mit zusammen 9.100 m³
    • 30 km Rohrnetz
    • Gasproduktion in 1912: 1.710.743 m³
    • Gasproduktion in 1911: 1.607.650 m³
    • 47 Gasmotoren mit gesamt 316 PS
    • 10 nasse Gasmesser
    • 3.265 trockene Gasmesser
    • 67 Gasautomaten
    • Strassenbeleuchtung: 526 Gaslaternen (Fernzündung System BAMAG) und elektrische Beleuchtung


    1931 (Leistungen vermutlich vom Vorjahr)

    Besitzer: Stadt
    1.446.000 m³ Steinkohlegas
    978.000 m³ Wassergas

    1932 (Leistungen vermutlich vom Vorjahr)

    Besitzer: Stadt
    1.400.000 m³ Steinkohlegas
    1.065.000 m³ Wassergas

    1934 (Leistungen vermutlich vom Vorjahr)

    Besitzer: Stadt
    1.827.000 m³ Steinkohlegas
    1.241.000 m³ Wassergas

    1936 (Leistungen vermutlich vom Vorjahr)

    Besitzer: Stadt
    2.042.000 m³ Steinkohlegas
    1.205.000 m³ Wassergas

    1959

    Hameln Gasversorgung Mittelweser GmbH
    Bahnhofstrasse 18/20
    Abgabe: 4.874.000 m³ im Jahre 1958

    Hameln Stadtwerke
    Hafenstrasse 14
    Abgabe: 11.595.000 m³ im Jahre 1958
    Gasometer 1983 Hafen Hafenverein Hameln
    1983: Der Teleskopgasbehälter mit dem Hamelner Schutzhafen im Vordergrund.
    (Foto: © Mit freundlicher Genehmigung des Verlages C.W.Niemeyer Hameln dem Buch "Luftbild Hameln" entnommen)

    Die Besonderheit des Hamelner Gasbehälters besteht darin, daß das Wasserbecken wie bei den viel früher gebauten Gasbehältern mit einem Erdwall umhüllt ist.
    Das Nutzvolumen von Glocken- bzw. Teleskopgasbehältern liegt allgemein zwischen 500 m³ und 100.000 m³.
    Gasometer 2009 sunrising Hafen Hafenverein Hameln
    2009: Der Teleskopgasbehälter bei Sonnenuntergang.
    (Foto: © Bernhard Mandla)

    Informationen:
    • Stadtwerke Hameln GmbH, hier besonders Herrn Karl Michael Wiehe
      (GW / Abteilungsleiter Gas- / Wasserversorgung) für die freundliche Zurverfügungsstellung der technischen Unterlagen und Bilder
    • Oliver Frühschütz (Gaswerk Augsburg) = Informationen über die Geschichte der Hamelner Gasversorgung
    • www.gaswerk-augsburg.de





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